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"Krise der Demokratie?": Vortragsreihe fragt nach

"Krise der Demokratie? Zwischen (Rechts-)Populismus und Gegenstrategien": Angesichts von Wahlerfolgen der AFD, Protesten gegen die etablierten Parteien und der Verbreitung manipulativer fake news liegt die Vermutung einer Schwächung, wenn nicht Krise der Demokratie nahe. Dies gilt es jedoch differenzierter zu hinterfragen. In einer Vortragsreihe der Evangelischen Hochschule, des Transfernetzwerks Soziale Innovation (s_inn) und der Stadtakademie Bochum sollen die Ursachen für Rechtspopulismus sowie mögliche Gegenstrategien und Chancen für demokratische Partizipation umfassend thematisiert werden. Aus interdisziplinärer Perspektive soll ein vielfältiges Bild jenseits „einfacher“ Krisendiagnosen entstehen. Zum Abschluss der Reihe ist ein Thementag mit verschiedenen Aktionen in Bochum vorgesehen.

Zukünftige Veranstaltungen:

  • Donnerstag, 11. April 2019, 19.30 bis 21.30 Uhr: Dr. Lena Frischlich, Münster, "R@dikal digital? - Inszenierung und Wirkung von Online-Propaganda und mögliche Gegenstrategien im Netz". Der Siegeszug des Web 2.0 bietet neben neuen Möglichkeiten für gesellschaftliche und politische Partizipation   auch neue Gelegenheitsstrukturen für Missbrauch und Manipulation, etwa für die Verbreitung von Online-Propaganda, Desinformation oder Hate-speech. Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Erscheinungsformen von Online-Propaganda, stellt ausgewählte Forschungsbefunde zu ihrer Wirksamkeit vor, und diskutiert mögliche Gegenstrategien, um Manipulationsversuchen im Netz zu begegnen. Dr. Lena Frischlich ist Diplom Psychologin. Seit 2011 forscht sie zur Inszenierung und Wirkung (extremistischer) Propaganda und medialer Gegenangebote in einem Projekt zur „Erkennung, Nachweis und Bekämpfung verdeckter Propaganda-Angriffe über Online-Medien". Seit Januar 2018 leitet sie die Nachwuchsforschungsgruppe "DemoRESILdigital - Demokratische Resilienz in Zeiten von Online-Propaganda, Fake news, Fear- und Hate speech" am Institut für Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
  • Mittwoch, 29. Mai 2019, 19.30 bis 21.30 Uhr: Prof. Dr. Paul Nolte, Berlin, "Krise der Demokratie? Warum wir besorgt sein müssen, warum wir Vertrauen haben sollten, was wir tun können". Demokratie ist nicht mehr selbstverständlich, nicht in Deutschland und schon gar nicht um uns herum. Rechter Populismus, halbautoritäre Herrschaftsformen, Spaltung der Gesellschaft, Zerfall der Volksparteien: Könnte das Zeitalter der Demokratie tatsächlich zu Ende gehen?
    Paul Nolte plädiert für einen genaueren Blick und mahnt zu Sorge und zu Vertrauen zugleich: In historischer Perspektive steckt die Demokratie tatsächlich in einer ernsten Krise. Aber wir sollten die tiefen Wurzeln nicht übersehen, die demokratische Institutionen und Mentalitäten geschlagen haben, und frühere Zeiten nicht romantisieren, die ihre eigenen Probleme hatten. Demokratie ist offener und vielfältiger geworden, damit aber auch komplizierter und „rauer“. Es gibt kein Zurück zu einer früheren Idealdemokratie. Aber deswegen müssen wir nicht die Hände in den Schoß legen und das Vertrauen in Selbstregierung und offene Gesellschaft aufgeben.
    Prof. Dr. Paul Nolte, Jahrgang 1963, lehrt seit 2005 Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin. Zu seinen langjährigen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der Bundesrepublik und die Geschichte der Demokratie, u.a. mit den Büchern „Was ist Demokratie?" (2012) und „Demokratie – die 101 wichtigsten Fragen“ (2015). Paul Nolte ist seit 2009 Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin und seit 2015 berufenes Mitglied der EKD-Synode.

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