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CoBoSUnin
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CoBoSUnin I/ II

„Cooperation between Bochum and Sulaimani Universities nowadays (I/II)“ – Internationalisierung von Lehre und Forschung des Fachbereichs Soziale Arbeit

Das Projekt „CoBoSUnin I/II“ zielt – im Sinne einer nachhaltigen entwicklungspolitischen Maßnahme – darauf, die Wissensgesellschaft in Kurdistan-Irak zu fördern, indem es die Lehre und die Forschung im Fachbereich Soziale Arbeit an der University of Sulaimani (UoS) stärkt. Die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL) beabsichtigt, über das beantragte Projekt eine(n) langfristige(n) Kooperation/Austausch mit der UoS zu entwickeln und auszubauen.

Der UoS sind die Verbesserung und Erweiterung der Lehre und Forschung sowie die Intensivierung der wissenschaftlichen Kontakte wichtige Anliegen. Die EvH RWL teilt diese Anliegen und ist zudem interessiert an einer Internationalisierung von Lehre und Forschung mit dem Ziel des Wissens- und Kompetenztransfers.

Die UoS wurde 1968 als älteste Universität im kurdischen Gebiet des Irak gegründet. Mit rund 24.500 Studierenden an acht Fakultäten und zwei Colleges, gehört sie zu den größten Universitäten Kurdistan-Iraks. Der Studiengang Soziale Arbeit besteht jedoch erst seit dem Wintersemester 2014/15 und ist damit ein junges Fachgebiet im Aufbau.

Dabei ist Soziale Arbeit in Kurdistan-Irak mehr denn je notwendig, als Profession, die sich wert- und bedürfnisorientiert an der Minimierung von sozialer Ungleichheit und Menschenrechtsverletzung orientiert und dafür Präventions- und Interventionswissen vermittelt. Denn der Irak (Kurdistan) befindet sich nach wie vor in einer brisanten politischen Lage. Die gesellschaftlichen Entwicklungen sind widersprüchlich: Gewalt und patriarchale Leitbilder sind im Alltag präsent, zugleich haben sich Freiräume entwickelt und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen gebildet. Hinzu kommen die Kämpfe mit dem sogenannten Islamischen Staat und die Versklavung und Misshandlung ezidischer Frauen sowie die Ermordung von Christen und anderen Minderheiten. Gesellschaftspolitische Herausforderungen wie Gewalt, Traumatisierung, (islamischer) Fundamentalismus, Ethnisierung, veränderte Geschlechterverhältnisse, Flucht und Migration forcieren die Notwendigkeit einer fachlichen Auseinandersetzung. Diese Themen sind nicht ausschließlich in Kurdistan-Irak wahrnehmbar, sondern auch in Europa und konkret in Deutschland von hoher Relevanz; womit jene immer „näher rücken“.

Für die Praxis Sozialer Arbeit stellen sich in diesem Kontext Fragen nach einer angemessenen Haltung und Praxis in Kurdistan-Irak wie in Deutschland. Es besteht ein Bedarf an Austausch in gendersensibler und international-inter-/transkulturell vergleichender Perspektive. Sinnvoll und geboten erscheinen somit ein Austausch in Lehre und Forschung sowie Fortbildungen zu gemeinsamen Themenbereichen, die in den Handlungsfeldern der psychosozialen Arbeit markant sind. Aus diesen Überlegungen heraus hatte die EvH RWL bereits seit 2015 Kontakte zu der UoS initiiert. Die mittlerweile bestehenden Kontakte wurden u.a. schon im Rahmen des Anbahnungsprojektes „CoBoSUnin I “ intensiviert sowie institutionalisiert und münden nun in das anstehende Folgeprojekt „CoBoSUnin II“.

Vorhabenbeschreibung „CoBoSUnin II 2017-2018“

Zielgruppen:

Mit dem Projekt sollen deutsche und kurdisch-irakische B.A.- und M.A.-Studierende, ggf. Doktoranden, Wissenschaftler_innen, Dozent_innen, Assistent_innen etc., jeweils mit Master-Abschluss oder Äquivalent, promovierte Wissenschaftler_innen und Professor_innen sowie Expert_innen aus den Praxisfeldern der Sozialen Arbeit erreicht werden.

Hauptziel:

In dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt „CoBoSUnin II 2017-2018“ der EvH RWL und der UoS [angegliedert und basierend auf dem Anbahnungsprojekt „CoBoSUnin I“] werden auf der Grundlage von Workshops, Expert_innen-Interviews und Dokumentenanalysen Bedarfe und Entwicklungspotentiale für die Modernisierung und Internationalisierung des Studiengangs Soziale Arbeit in der Region Kurdistan ermittelt. Anschließend werden Konzepte und konkrete Maßnahmen für die Modernisierung des bestehenden Standardcurriculums, für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Etablierung des Studiengangs Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft erarbeitet und umgesetzt. Dabei wird Soziale Arbeit fortwährend als Menschenrechtsdisziplin verstanden.

Durch die international-inter-/transkulturelle Perspektive in diesem Projekt für Lehrende und Studierende wird der Blick für diverse Sozialarbeitskulturen, ihre unterschiedlichen Projekte und Praxen, aber auch für Gemeinsamkeiten über die Auseinandersetzungen mit internationalen und transnationalen Ansätzen erweitert.

Das Projekt leistet damit auch einen Beitrag zur Forschung auf dem Gebiet der international vergleichenden Sozialen Arbeit und einen Beitrag zur nachhaltigen Strukturbildung der kurdisch-irakischen Hochschullandschaft.

Dauer: 01/2016-12/2016: Anbahnungsprojekt
CoBoSUnin I
01/2017-12/2018: Folgeprojekt/Intensivierung
CoBoSUnin II
Projektleitung(en): Prof.in Dr. Cinur Ghaderi
Prof.in Dr. Kristin Sonnenberg
Projektangestellte: Lisa-Marie Dünnebacke [wissenschaftliche Mitarbeiterin]/Studentische Hilfskraft
Kooperations-/Praxispartner_innen: - University of Sulaimani [i.B. Dr. Loqman Salih Karim];
- Interne Expert_innen/Lehrende der EvH;
- Prof. Dr. Ronald Lutz [Fachhochschule Erfurt];
- Organisationen aus der Praxis in Deutsch-land wie Kurdistan (Irak)
- sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).
Transferleistungen: - (Weiter-)Qualifizierung kurdisch-irakischer Hochschuldozent_innen in Lehre/Forschung;
- Unterstützung kurdisch-irakischer Hochschulen bei der Entwicklung von Dienstleistungen und Hochschulmanagement;
- Modernisierung der Hochschulausbildung in Kurdistan-Irak (z.B. durch gemeinsame Entwicklung neuer Curricula, Einführung neuer Unterrichtsmethoden und die Verbindung von Lehre/Forschung mittels adäquater Modulkonzeptionen);
- gezielte Förderung akademischer Nachwuchskräfte sowie
- Ausbau der Netzwerke zwischen deut-schen und kurdisch-irakischen Hochschulen und Organisationen aus der Praxis.
Ergebnisse/Veröffentlichungen: - Kooperative Bachelor- und Masterarbeiten;
- mögliche multilinguale Publikationen;
- mögliche Working Papers/Skripts für den universitätsinternen Gebrauch sowie
- mögliche Präsentationen auf internationalen Fachtagungen/Konferenzen.
Projekttyp/-förderung: Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA).