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Die etwas andere Kinderuniversität
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Die etwas andere Kinderuniversität

Theo, Philo und Sophie, so heißt die Kinderuniversität an der Bochumer Hochschule RWL, die bereits 2005 das erste Mal stattfand. Die letzte der bislang fünf Veranstaltungen wurde 2015 durchgeführt. Anders als bei den „klassischen“ Kinderuniversitäten werden den kleinen Studierenden nicht Naturwissenschaften und Technik mit Knalleffekten demonstriert und interessant gemacht. In Bochum ist das Nachdenken über Theologie, Philosophie und gesellschaftliche Fragen zentral.

Das Konzept ist auf Teilhabe aller Kinder bedacht, die die 3. bis 6. Klassen der Grund-, Förder-, Gesamt-, Hauptschulen oder Gymnasien in Bochum und den angrenzenden Ruhrgebietsstädten besuchen. Sie kommen im Klassenverband und dürfen sich an ein bis drei verschiedenen Vormittagen wie Studierende fühlen – mit Immatrikulation und (Kinder)Studienausweis. Wissenschaftler_innen der Bochumer Hochschule, anderer Universitäten und externe Spezialist_innen verwandeln sich für einen Tag in Kinderuni-Professoren und beschäftigen sich gemeinsam mit den jungen Studierenden für 45 Minuten kindgerecht mit Themen wie „Seele/Glück/Medienkritik“ (2005), „Tod/Gut und Böse/Beten“ (2006), „Mathematik/Menschen mit Behinderung/Theater und Film“ (2008), „Nachrichten/Lebensfragen/Inklusion“ (2013) und „Kinderarbeit/Armut/Weihnachten“ (2015). Der Pfarrer, Tischtennisspieler und Kabarettist Rainer Schmidt erzählte biografisch, was es heißt mit Behinderung zu leben. Der Kinderbuchautor Harry Voss ging der Frage nach, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Ein „Logo“-Nachrichtenredakteur vom Kinderkanal erklärte, wie Nachrichten gemacht werden. Prof. Benjamin Benz von der Ev. Hochschule RWL und Jochen Brühl als Vorsitzendes des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. beschäftigten sich mit dem Problem der Kinderarmut. In einer nachfolgenden interaktiven Phase konnten die rund 200 Kinder selbst aktiv werden, um diesen hochaktuellen Fragen einer Mediengesellschaft, in der Migrations- und Armutserfahrungen zum Alltag vieler gehören, weiter auf die Spur zu kommen. Sie konnten T-Shirts bemalen, mit  einem Zauberer erfahren, dass man nicht alles glauben sollte oder Steine mit einem Hammer bearbeiten, um zu spüren wie schwer Kinderarbeit sein kann.

Auch die regulären Studierenden der Hochschule lernten eine Menge. Angegliedert an das Studienprogramm BA & More entwickelten sie mit Projektleiter Tobias Klug die Themenstellungen und organisierten die gesamte Veranstaltung – von der Einladung über die Tagesgestaltung bis zum Feedback.

Dauer: Wintersemester der Jahre 2005, 2006, 2008, 2013 und 2015
Projektleitung(en): 2013-2016 Tobias Klug
Kooperations-/Praxispartner_innen: AKAFÖ (Akademische Förderwerk), Martineum (Gemeinschaft ev. Diakonie und Diakone) Ev. Schulreferat Bochum
Transferleistungen: Vermittlung gesellschaftspolitischer Fragen an Schüler_innen in Bochum und den angrenzenden Ruhrgebietsstädten
Ergebnisse/Veröffentlichungen: Zahlreiche Medienberichte in der lokalen Presse
Projekttyp/-förderung: Drittmittelprojekt (Kollektenmittel der EKiR und EKvW)