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Heilpädagogische Ambulanz
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Die Heilpädagogische Ambulanz (HPA)

Wenn Eltern sich um ihr Kind sorgen, weil es Lernschwierigkeiten hat oder eine Erzieherin unsicher ist, ob ein Kind in seiner Entwicklung beeinträchtigt ist, bietet die Heilpädagogische Ambulanz an der evangelischen Hochschule Gespräche, Diagnostik und/oder spezifische Förderung an – die Angebote sind kostenfrei und es bestehen geringe Wartezeiten. Heilpädagogik wird hier als eine Disziplin verstanden, die für all die Kinder und Menschen zuständig ist, die aus unterschiedlichsten Gründen Unterstützungsbedarf haben. Das sind nicht nur Erfahrungen von Aussonderung oder mangelnder Bedürfnisberücksichtigung aufgrund geistiger, körperlicher oder/und seelischer Beeinträchtigungen oder Behinderungen, sondern auch beispielsweise eine Begleitung von Familien mit Migrationshintergrund. Schwerpunkte der Arbeit in der HPA bilden Fragen und Unterstützungsangebote für Kinder mit sog. Lernschwierigkeiten und/oder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen im sozial-emotionalen Bereich.

Seit 2009 bzw. 2010 unterstützen Professorin Diplom-Pädagogin Christina Reichenbach und Diplom-Heilpädagogin Marie Luise Hünerbein gemeinsam mit Studierenden die Menschen bei der Bearbeitung ihrer Anliegen und Fragestellungen. Je nach Fragestellung kann das Gespräch mit einer Fachkollegin, Lehrerin oder Erzieherin ausreichend sein. Als Angebot gibt es darüber hinaus individuell geplante Diagnostik auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu den Entwicklungsbereichen Bewegung, Wahrnehmung, sozial-emotionales Verhalten, Sprache/Kommunikation und Kognition. Der Einsatz von Überprüfungsverfahren erfolgt so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Eltern bekommen ein umfängliches Gutachten über angewandte Verfahren, Ergebnisse und Empfehlungen. In der hochschuleigenen Testothek befinden sich zahlreiche und verschiedenartige diagnostische Verfahren, die je nach Bedarf an Studierende oder Fachkolleg_innen ausgeliehen werden können.

Von montags bis donnerstags ist eine heilpädagogische Begleitung bzw. Förderung von Kindern in Einzel- oder Gruppenkonstellation mit jeweils zwei Studierenden möglich. Die Schwerpunkte der Förderungen sind unterschiedlich, z.B. Lernen-lernen, Psychomotorik, Konzentrationsschulung. Das Angebot der HPA hat nichts mit einer sog. schulischen Nachhilfe zu tun, sondern möchte individuell und spielerisch die Kinder unterstützen, ihre Lebensaufgaben zu bewältigen bzw. neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Im Rahmen von sog. verdeckten Hospitationen in Kitas oder Schulen ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachkräften ein weiteres Praxisfeld.

Ein wichtiges Ziel der Arbeit in der HPA ist eine praxisnahe und reflektierte Begleitung von Studierenden, die so in einem geschützten Rahmen ihre Kompetenzen schulen sowie Theorie und Praxis miteinander verbinden lernen. In einem begleitenden Seminar reflektieren sie ihre Praxiserfahrungen, mit Hilfe von Theorien zur Entwicklung und/oder zur Heilpädagogik und anderen Nachbarwissenschaften.

Über die Kooperationspartner des Projekts „Student_innen unterstützen Schüler_innen“ (SuS), Frühförderstelle der Diakonie, schulpsychologische Beratungsstelle, Stiftung Overdyck mit ihren heilpädagogischen Wohngruppen sowie zahllosen Kindergärten und Schulen liegt das Einzugsgebiet für Diagnostik, Förderung und Hospitation in Bochum sowie Herne, Dortmund und Witten. Das Angebot ist schon groß, doch gemessen am Bedarf der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend. Gesellschaftlich sicher wünschenswert wäre es, die beschränkten Kapazitäten des niederschwelligen Angebots der HPA zu erweitern.

Dauer: seit 01.09.2009 / 01.01.2010
Leitung: Prof. Dr. phil. Christina Reichenbach, Diplom-Heilpädagogin Marie Luise Hünerbein
Kooperation-/Praxispartner: Projekt „Student_innen unterstützen Schüler_innen“ der Ruhruniversität Bochum, Frühförderstelle der Diakonie, schulpsychologische Beratungsstelle, Stiftung Overdyck sowie zahllosen Kindergärten und Schulen in Bochum sowie Herne, Dortmund und Witten
Transferleistungen des Projekts: Transfer in die Hochschullehre sowie in die Institutionen der vorschulischen, schulischen und heilpädagogischen Praxis
Ergebnisse/Veröffentlichungen: Reichenbach, C. & Hünerbein, M.-L. (2013). Die Heilpädagogische Ambulanz an der Evangelischen Fachhochschule R-W-L Bochum – Bindeglied zwischen Theorie und Praxis für Studium und Lehre. In. Dieter Lotz (Hrsg.). Heilpädagogische Diagnostik – Erkenntniswege zum Menschen. Berlin: BHP Verlag.
Projekttyp: eigene Ressourcen