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„Schattenseiten“  - Die soziale Wirklichkeit im Ruhrgebiet
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„Schattenseiten“ - Die soziale Wirklichkeit im Ruhrgebiet

Veranstaltungsreihe anlässlich des Reformationsjubiläums

Kooperationspartner Evangelische Kirchenkreise und Diakonien in Bochum, Essen, Dortmund, Duisburg und Oberhausen und die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.

500 Jahre Reformation – für die Einen Grund zu feiern, für andere eher Anlass zu gedenken, für manche gar irrelevant.
Für die Veranstalter dieser Reihe jedenfalls Grund genug, nach Spaltungen, Reformen und sozialer Wirklichkeit im Ruhrgebiet zu fragen.

26. April 2017, Oberhausen:
„Politik von heute - Armut von morgen“

Oberhausen, Gemeinde der Friedenskirche,
Ev. Kirchengemeinde Holten-Sterkrade
26. April 2017, 19 - 21.15 Uhr

Politik, so scheint es, bemüht sich darum, Armutsfallen und Armutsrisiken zu beseitigen. Es ist modern, über eine vorbeugende Sozialpolitik zu diskutieren. Gleichzeitig erleben Millionen von Menschen in Erwerbsarbeit, dass ihr Einkommen kaum dazu reicht, die Miete und den Lebensunterhalt aufzubringen. Immer mehr erkennen auch, dass ihnen Altersarmt droht, weil die Rentenpolitik erhebliche Kürzungen der Rentenleistungen vorsieht. Studien bestätigen ebenso, dass die Kinderarmut steigt und damit immer mehr Kinder die alltägliche Erfahrung der Ausgrenzung machen. In vielen Städten, so auch in Oberhausen, grassiert die öff entliche Armut, und vielen Kommunen fehlen die Mittel für dringend erforderliche Investitionen. Hat die Politik den Überblick verloren, wenn sie offenbar nicht in der Lage ist, diese Armutsphänomene off ensiv anzugehen? Und wie müsste eine Politik aussehen, die sich dazu verpflichtet, der Armut von morgen einen Riegel vorzuschieben? Das sind Fragen, die für die Oberhausener Bürgerinnen und Bürger von erheblichem Interesse sind.
Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Uwe Becker (EvH RWL) folgt eine Podiumsdiskussion unter anderem mit Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Elke Münich, Sozialdezernentin der Stadt Oberhausen.

16. Mai 2017, Essen:
„‘Die müssen hier weg‘ Der Streit um den öffentlichen Raum in Essen“

Essen, Evangelische Marktkirche
16. Mai 2017, 18.30 - 21.30 Uhr

In Essen (und andernorts) verändern sich Nutzungsmöglichkeiten und -gewohnheiten des öff entlichen Raums. Interessen von Bevölkerungsgruppen, von Einzelhandel, politischen Entscheidungsträger_ innen und sozialen Dienstleistern treff en hier aufeinander, teils gleichgerichtet, teils konflikthaft. Die lokale Ordnungs- und Sozialpolitik greift bewusst ein und gestaltet mit. Auch Kirche und Diakonie sind Teil des konkreten öffentlichen Raums. Sie fragen mit dem Referenten Prof. Dr. Fabian Kessl von der Universität Duisburg-Essen sowie verschiedenen Akteuren auf einem Podium danach, wo und wie hier im Reformationsjahr Position zu beziehen ist, Dialog und Interessenvermittlung gelingen können. Wer muss wo weg oder findet hier ebenso seinen/ihren Ort?
Am Podium nehmen unter anderem Christian Kromberg, Beigeordneter und Ordnungsdezernent der Stadt Essen, und Petra Fuhrmann, Leiterin des Sozialzentrums Maxstraße, teil. Die Moderation hat der Journalist und ehemalige Chefredakteur der Essener NRZ Ulrich Führmann.

6. Juli 2017, Dortmund:
„Integration der Geflüchteten! Wer zahlt die Zeche?“

Dortmund, Evangelische Pauluskirche
6. Juli 2017, 19 - 21.30 Uhr

Wir schaffen das!? Der Zulauf von Geflüchteten geht derzeit deutlich zurück. Aber jetzt stellen sich dringend die Fragen der Integration. Wohnung , Bildung, Arbeit und interkulturelle Verständigung müssen geregelt und ermöglicht werden. Und alles kostet Geld, bedarf der Ressourcen. Aber wie hoch sind die Kosten und wer bezahlt sie? Erleben wir jetzt das Ende der „Sonntagsreden“? Manche fürchten jetzt einen Verdrängungswettbewerb zwischen Flüchtlingen und denen, die auch jetzt schon gerade so über die Runden kommen. Andere nutzen die Gelegenheit und versuchen die offenen Problem zu instrumentalisieren. Rechtspopulisten stehen bereit - was lässt sich darauf entgegnen?
Der Abend soll diesen Fragen und unterschiedlichen Sichtweisen Raum geben, wir wollen gemeinsam mit Ihnen um hilfreiche Perspektiven ringen, in der Suche danach, was für diese Stadt, die in ihr lang und kurz wohnenden Menschen, gut sein kann.

15. November 2017, Duisburg:
Gerechtigkeit braucht Reformation

Duisburg, Evangelisches Christophoruswerk,
Festsaal Jochen-Klepper-Haus
15. November 2017, 18.30 - 21.30 Uhr

Die Reformation war nie nur eine religiöse Bewegung, sondern auch eine des gesamtgesellschaftlichen Aufbruchs. Wenn Luther die Freiheit eines Christenmenschen beschworen hat, dann war er auch Kind einer Zeit, die geprägt war von dem Verschwinden gewohnter Sicherheiten und der Stärkung eines frühbürgerlichen Selbstbewusstseins. Der wirtschaftliche Strukturwandel damals ist vergleichbar mit den Globalisierungstrends heute, die Stadt-Land-Flucht hat durchaus Parallelen zur heutigen Bewegung von Gefl üchteten in unser Land. Die Krise der Politik und das Aufblühen des Populismus sind keine neuen Phänomene, sondern das erinnert auch an Bewegungen zur Zeit der Reformation. Anders gesagt: Wir können mit Blick auf die Reformation auch lernen, den Krisen von heute zu begegnen.
Anlass dafür gibt es reichlich, denn nicht wenige empfinden die gegenwärtige Zeit als beängstigende Verunsicherung.

Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster folgt eine Podiumsdiskussion unter anderem mit dem Beigeordneten Thomas Krützberg, Leiter des Dezernats für Familie, Bildung und Kultur der Stadt Duisburg.

22. November 2017, Bochum
Armut im Überfluss

Bochum, Stadtwerke Atrium
22. November 2017, 18 - 20.30 Uhr

Der bundesdeutsche Arbeitsmarkt schreibt off enbar gegenwärtig eine Erfolgsstory. Mit knapp 2,8 Millionen Arbeitslosen hat die Statistik seit über 20 Jahren einen historischen Tiefstand erreicht. Diese Daten können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir eine wachsende Armutsentwicklung verzeichnen. Sie betrifft sowohl die Kinderarmut auf der einen Seite, als auch die Altersarmut auf der anderen Seite.
Hinzu kommt, dass die Lebenslagen in den Kommunen völlig unterschiedlich sind und beispielsweise Bochum deutlich von knappen Kassen geprägt ist. Diese Widersprüche und damit verbundenen politischen Handlungsperspektiven wollen wir unter anderem mit dem namhaften Armutsforscher Prof. Dr. Christoph Butterwegge diskutieren.

Seminarhinweis für die Bachelor-Studiengänge „Gemeindepädagogik / Diakonie“ sowie „Soziale Arbeit“ an der EvH

Im Sommer- und Wintersemester 2017 befasst sich ein Seminar mit grundlegenden Konfliktfeldern der sozialen Armut im Ruhrgebiet. Unter anderem werden die Themen Flüchtlingspolitik, EU-Ost-Zuwanderung, Alters- und Kinderarmut und Verarmung des öffentlichen Raums inhaltlich aufbereitet. Zugleich bereitet dieses Seminar die Kooperationsveranstaltungen mit den Kirchenkreisen und Diakonischen Werken in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen mit vor.
Das Seminar bietet in Blockterminen die Möglichkeit zur Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen. Wir möchten gerne ein diakonisch nachdenkendes, diskutierendes und handelndes Team mit Ihnen bilden.

Seminarleitung und weitere Infos:
Prof. Dr. Uwe Becker (Diakoniewissenschaft)
Prof. Dr. Benjamin Benz (Politikwissenschaft)

Weitere Informationen finden Sie auch im Vorlesungsverzeichnis.