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Film & Gespräch: „Mein Vater, der Gastarbeiter“
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Film & Gespräch: „Mein Vater, der Gastarbeiter“

Wie prägt die Geschichte der Gastarbeit unsere heutige Gesellschaft? Und wie geht die jüngere Generation mit Fragen von Zugehörigkeit, Identität und gesellschaftlicher Anerkennung um? Darum geht es in einem besonderen Filmabend am 12. Mai 2026 ab 18:00 Uhr, den die EvH Bochum in Kooperation mit UniverCity Bochum e.V. veranstaltet: Das Endstation.Kino im Bahnhof Langendreer zeigt „Mein Vater, der Gastarbeiter“. In dem autobiografischen Dokumentarfilm aus dem Jahr 1995 verarbeitet Regisseur Yüksel Yavuz die Erfahrungen seiner eigenen Familiengeschichte. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch: Wo finden sich die Themen des Films in aktuellen Debatten in Politik und Gesellschaft? Moderiert von Rassismusforscher Prof. Dr. Narku Laing (EvH Bochum) diskutieren Yüksel Yavuz und Prof. Dr. Çinur Ghaderi, Psychologin und Expertin für kurdischen Rassismus an der EvH Bochum, mit dem Publikum.

  • Wann: Di, 12. Mai, 2026, 18:00-20:30 Uhr
  • Wo: Endstation.Kino, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum
  • Eintritt: Normal 8,50 € / ermäßigt 5,00 € (Tickets: Endstation.Kino)

Hintergrund:

Der Film zeichnet ein einfühlsames Porträt des Vaters des Regisseurs, der von 1968 bis 1984 auf einer Hamburger Werft arbeitete, ohne in Deutschland je wirklich heimisch zu werden. Yüksel Yavuz beleuchtet darin eindringlich die familiären und gesellschaftlichen Seiten der Arbeitsmigration sowie persönliche Lebensgeschichten im Kontext von Migration und (Gast-)Arbeit. „Der Film war seinerseits ein Versuch, eine Realität sichtbar zu machen, die oft am Rand der Gesellschaft stattgefunden hat“, sagt der Regisseur. „Viele dieser Erfahrungen gehören zur Geschichte der sogenannten „Gastarbeiter“-Generation. Sie sind aber keineswegs vergangen. Die äußeren Bedingungen haben sich zwar verändert, nicht jedoch die grundlegenden Fragen: Wer gehört dazu? Wer wird gesehen? Und wer bleibt außen vor? Damals standen die sogenannten „Gastarbeiter“ im Fokus, heute Flüchtlinge.“

Gleichzeitig habe sich etwas verschoben, sagt Yüksel Yavuz. Jüngere Generationen artikulierten ihre Perspektiven selbstbewusster und machten ihre Erfahrungen sichtbarer – nicht zuletzt auch durch soziale Medien. „Das Gefühl ‚nicht wirklich anzukommen‘ ist zeitlos, aber es verändert sich in seiner Form. Für Studierende kann der Film eine Sensibilität dafür schaffen, dass hinter jedem Lebenslauf eine eigene Geschichte steht und wie diese die nachfolgenden Generationen beeinflusst und geprägt hat.“

Über den Regisseur:

Yüksel Yavuz wurde 1964 im türkischen Karakoçan geboren. 1980 zog er in die Bundesrepublik Deutschland, wo er zunächst Volkswirtschaftslehre studierte und anschließend eine Ausbildung in Visueller Kommunikation mit dem Schwerpunkt Film absolvierte. Seit 1994 realisiert er Filme, die sowohl national als auch international auf Festivals präsentiert wurden. Seine Werke „Aprilkinder“ oder „Mein Vater der Gastarbeiter wurden auf der Berlinale gezeigt, sein Film „Kleine Freiheit“ lief 2003 bei den Filmfestspielen in Cannes.

Vom Schäfer zum Schweißer auf einer Hamburger Werft: Cemal Yavuz brachte als kurdischer Gastarbeiter seinen 15 Jahre alten Sohn Yüksel mit nach Deutschland.
(© Yüksel Yavuz)

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