Wie gelingt gute Pflege in einer Zeit, in der die medizinischen Anforderungen immer komplexer werden und sich gleichzeitig die Pflegeberufe verändern? Mit dieser Frage beschäftigte sich seit Ende 2024 das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Kooperative Neugestaltung für Akzeptanz im Team: Implementierung hochschulisch qualifizierter Pflegefachpersonen“ – kurz KoNtAkT. Am 20. Mai 2026 präsentierten das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und die EvH Bochum im Rahmen einer Abschlussveranstaltung zentrale Erkenntnisse und Ergebnisse des Projekts.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen besser in bestehende Pflegeteams integriert werden können – und wie davon letztlich Patientinnen und Patienten profitieren. Das Projekt wurde über 18 Monate hinweg vom Bundesministerium für Forschung Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und gemeinsam von Forschenden der EvH Bochum sowie Pflegeexpert_innen des Klinikums Ernst von Bergmann umgesetzt. Ziel war es, neue Wege der Zusammenarbeit zwischen beruflich und akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen zu entwickeln und praktisch zu erproben.
„Die Anforderungen in der Pflege haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklärte Prof. Dr. Dieter Heitmann von der EvH Bochum. „Pflege wird wissenschaftlicher, komplexer und interdisziplinärer. Gleichzeitig braucht gute Versorgung funktionierende Teams. Genau hier setzte das Projekt an.“ Immer mehr Pflegefachpersonen entscheiden sich inzwischen für ein Pflegestudium. Sie bringen zusätzliche wissenschaftliche Kompetenzen mit, etwa im Bereich Pflegeforschung, Qualitätsentwicklung oder evidenzbasierter Versorgung. In der Praxis ist jedoch oft noch unklar, wie diese erweiterten Kompetenzen sinnvoll in bestehende Teamstrukturen eingebunden werden können.
„Pflege entwickelt sich stetig weiter – fachlich, wissenschaftlich und im Hinblick auf die Anforderungen im Klinikalltag. Deshalb ist es wichtig, unterschiedliche Kompetenzen im Team sichtbar zu machen und sinnvoll zusammenzuführen“, sagt Kathleen Gernandt, Pflegedirektorin des Klinikum Ernst von Bergmann. „Das Projekt hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen beruflich und akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen sein kann. Davon profitieren nicht nur die Teams, sondern vor allem auch unsere Patientinnen und Patienten.“
„Unser Ziel war nie ein Gegeneinander verschiedener Ausbildungswege, sondern ein besseres Miteinander“, ergänzte Johannes Wünscher, Projektleiter am Klinikum Ernst von Bergmann. „Denn am Ende profitieren vor allem die Patient_innen davon, wenn Kompetenzen im Team optimal zusammenwirken.“ Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem Workshops, Gesprächsformate und praxisnahe Entwicklungsansätze erarbeitet. Dabei standen die Erfahrungen der Pflegeteams selbst im Mittelpunkt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig helfen, Versorgung weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit im Klinikalltag zu stärken.
Für Patient_innen kann das bedeuten: Pflege wird fachlich gezielter, sicherer und stärker an aktuellen Erkenntnissen ausgerichtet. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen können beispielsweise dabei unterstützen, neue pflegerische Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu übertragen oder komplexe Versorgungssituationen gezielt zu analysieren. „Eine moderne Pflege braucht unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven“, betonte Johannes Wünscher. „Wenn Teams gut zusammenarbeiten und Wissen sinnvoll gebündelt wird, verbessert das unmittelbar die Versorgung der Menschen.“
Die Abschlussveranstaltung bot Fachvorträge, Workshops und Austauschformate für Pflegefachpersonen, Leitungskräfte sowie Forschungsinteressierte. Vorgestellt wurden dabei zentrale Ergebnisse des Projekts sowie konkrete Ansätze für die praktische Umsetzung im Klinikalltag. Mit dem Projekt unterstrichen das Klinikum Ernst von Bergmann und die Evangelische Hochschule Bochum zugleich ihren Anspruch, Pflege aktiv weiterzuentwickeln und neue wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig in die Versorgung zu integrieren – zum Vorteil der Patient_innen in Potsdam und Brandenburg.

Trotz räumlicher Distanz zwischen Bochum und Potsdam arbeitete das Projektteam Hand in Hand, um die Pflege der Zukunft neu zu denken. (©KEvB)
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