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LRK: Positionspapier für Wissenschaftsfreiheit
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LRK: Positionspapier für Wissenschaftsfreiheit

In einem gemeinsamen Positionspapier wehren sich die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften solidarisch gegen Eingriffe in Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie. Die LRK HAW NRW (Landesrektorenkonferenz Nordrhein-Westfalen) ist der freiwillige Zusammenschluss der Leitungen der Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in NRW, der als zentrale Interessenvertretung die hochschulpolitische Zusammenarbeit stärkt und den Wissenschaftsstandort weiterentwickelt.

Positionspapier der LRK HAW NRW:

In einem gegenwärtig aufgeheizten gesellschaftlichen Klima populistischer Polarisierung und Polykrisen stehen auch Hochschulen zunehmend unter Druck. Nicht nur ökonomische Herausforderungen gehören dazu, sondern auch wissenschaftsfeindliche Tendenz und Angriffe von extremistischen Kräften, insbesondere von rechts.

Freie Wissenschaft ermöglicht Erkenntnisfortschritte, die die Grundlage für Innovationen bilden und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, unseres Wohlstands und unseres demokratischen Rechtsstaats sichern. Wir stehen vor der Notwendigkeit einer umfassenden, nachhaltigen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformation. Dafür sind wir sowohl auf forschungsbasierte technische und soziale Innovationen als auch auf informierte, mutige und verantwortungsvolle politische Entscheidungen angewiesen. Wir als Hochschulen für
Angewandte Wissenschaften leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag! Dafür brauchen wir geeignete Rahmenbedingungen.

Verantwortliche politische Entscheidungen sind auf zuverlässiges Wissen angewiesen. Dieses entsteht, indem neue Ideen, Forschungsfragen und Forschungsansätze verfolgt und ihre Ergebnisse intersubjektiv und kritisch, im freien und fairen Austausch unter Wissenschaftler:innen überprüft werden. Das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit schützt diesen Prozess und macht informierte politische Entscheidungen erst möglich. Wir sind besorgt, dass sich Wissenschaftsfeindlichkeit, Fake News, Verschwörungserzählungen und Desinformationen zunehmend ausbreiten, Einfluss auf politische Entscheidungsträger:innen gewinnen und so demokratische Entscheidungsprozesse und die Zukunft unserer Gesellschaft gefährden. Wir sind außerdem besorgt, weil Angriffe auf Forscher:innen und Forschungsgebiete und Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit zunehmen. Dagegen verteidigen wir unsere Hochschulen als Orte des freien, fairen und kritischen wissenschaftlichen Diskurses. Wir leisten solidarische Unterstützung, wenn einzelne Forscher:innen, Forschungsbereiche, Hochschulen oder Hochschulleitungen Ein- oder Angriffen ausgesetzt sind.

Die Freiheit der Wissenschaft, im Sinne ihrer Unabhängigkeit von politischer, ideologischer oder einseitiger wirtschaftlicher Steuerung, stellt sicher, dass neue Einsichten auch dann gewonnen und vertreten werden können, wenn sie bestehenden Interessen widersprechen. Mit Hilfe der Wissenschaft entsteht belastbares Wissen über natürliche, technische, soziale und ökonomische Zusammenhänge. Das ist notwendig, um in komplexen Krisen (Klima, Ressourcenknappheit, Demografie etc.) nachhaltige Lösungen zu finden und handlungsfähig zu bleiben.

Hochschulen sind Orte, an denen junge Menschen nicht nur Fachwissen erwerben und als künftige Fachkräfte die wirtschaftlichen Grundlagen unserer Gesellschaft sichern, sondern sich auch zu freien und verantwortlichen Personen bilden, die zukünftig unsere demokratische Gesellschaft tragen und gestalten werden. Dies kann nur gelingen, wenn junge Menschen lernen, kritisch zu denken, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und Kontroversen mit Argumenten im freien und fairen Diskurs auszutragen.


© Hochschulen NRW/Krüger

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