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Internationale Kooperation: Neuer Sammelband
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Internationale Kooperation: Neuer Sammelband

Wer erzieht die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft – Familie, Staat oder Profession? Darum geht es im neu erschienenen Sammelband „International Perspectives on the History of Early Childhood Education. Institution – Family – Profession“, den Prof. Dr. Diana Franke-Meyer von der Evangelischen Hochschule (EvH Bochum) nun mit internationalen Fachkolleginnen veröffentlicht hat. Der Band beleuchtet aus internationaler Perspektive, wie sich das Verhältnis von Familie, Institution und Profession in der frühkindlichen Erziehung historisch entwickelt hat und warum diese Frage angesichts globaler Bildungsdebatten heute aktueller denn je ist. Der Fokus liegt dabei nicht auf internationalen Entwicklungen, sondern vielmehr auf der Bandbreite nationaler Perspektiven zu diesem Thema. Mitherausgeberinnen sind Prof. Dr. Dagmar Kasüschke von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und Prof. Dr. Rita Braches-Chyrek von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

„Frühkindliche Bildung ist immer historisch gewachsen und zugleich politisch gerahmt“, betonen die Herausgeberinnen. „Erst im internationalen Vergleich wird sichtbar, welche Selbstverständlichkeiten wir in unseren jeweiligen nationalen Kontexten mitdenken – und welche Alternativen es gibt.“

Zwischen Familie und Staat

In Beiträgen aus unterschiedlichen Ländern untersuchen die Autor_innen, wie staatliche Eingriffe, gesellschaftliche Umbrüche und nationale Bildungstraditionen die frühkindliche Bildung geprägt haben. Betrachtet werden sowohl historische Entwicklungen seit der Industrialisierung als auch theoretische Perspektiven auf gegenwärtige Bildungssysteme. „Der Sammelband zeigt, wie sich die Rolle der Familie als primärer Ort der Sozialisation grundlegend verändert hat – und zwar vor dem Hintergrund öffentlicher Kinderbetreuung, sozialer Wohlfahrtsstrukturen und internationaler Bildungspolitiken“, sagen die drei Expertinnen.

Ein zentrales Anliegen des Bandes sei es deshalb, die Rolle der Kindheits- und Sozialpädagogik im Spannungsfeld zwischen Familie und Staat kritisch zu reflektieren. Die Beiträge analysieren familienpolitische Entwicklungen der letzten zwei Jahrhunderte und machen deutlich, dass sich hinter ihnen unterschiedliche gesellschaftliche Motive verbergen – von bevölkerungspolitischen Zielsetzungen über den Abbau von Bildungsungleichheiten bis hin zu emanzipatorischen Bestrebungen.

Andere Länder, andere Erziehung?

Was den Sammelband so besonders macht, ist auch die enge internationale Zusammenarbeit: Die drei Herausgeberinnen bringen Perspektiven aus verschiedenen Wissenschaftstraditionen zusammen und eröffnen damit einen differenzierten Blick auf frühkindliche Bildung im globalen Kontext. „Die internationale Vernetzung der Forschung ermöglicht es uns, historische Entwicklungen nicht isoliert, sondern in ihren Wechselwirkungen zu verstehen“, so Prof. Franke-Meyer, die sich besonders darüber freut, dass Kolleginnen aus den Universitäten Ankara, Prag, Bologna und der Hochschule Wien an der Publikation mitgewirkt haben. Mit diesen Kolleginnen kooperiert der EvH-Studiengang Elementarpädagogik/Kindheitspädagogik über das ERASMUS-Programm der Hochschule.

Der Sammelband richtet sich an Wissenschaftler_innen, Studierende und Fachkräfte der frühkindlichen Bildung sowie an alle, die sich für die historischen, politischen und gesellschaftlichen Grundlagen frühpädagogischer Praxis interessieren.

Bibliografische Angaben

  • International Perspectives on the History of Early Childhood Education. Institution – Family – Profession, herausgegeben von Dagmar Kasüschke, Diana Franke-Meyer und Rita Braches-Chyrek
    Verlag Barbara Budrich, erschienen im November 2025
    ISBN: 978-3-8474-3153-4

  • Der Sammelband ist gleichzeitig auch in deutscher Sprache erschienen:
    Internationale Zugänge zur Geschichte der Pädagogik der frühen Kindheit. Institution – Familie – Profession.
    ISBN: 978-3-8474-3154-1

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