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EvH-Absolventinnen erzählen von ihrem Trainee-Jahr
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EvH-Absolventinnen erzählen von ihrem Trainee-Jahr

„Ein sanfter Einstieg in den Job“

Melanie Eggermann und Regina Salem – beide EvH-Absolventinnen – sind seit April 2020 als Trainees bei der Stadt Bochum tätig: erstere beim Sozialen Dienst, zweitere im Kinder- und Jugendfreizeithaus Hamme, dem dortigen Stadtteilzentrum. Salem, die seit vergangenem Jahr ihren Bachelor in Sozialer Arbeit in der Tasche hat, kannte ihren Einsatzort schon gut. „Ich habe während des Studiums vier Jahren im Freizeithaus gearbeitet, immer 17 Stunden die Woche“, erzählt die 29-Jährige. Nachdem sie zuvor als Sozialhelferin und Erzieherin tätig gewesen war, hatte sie sich für die offene Kinder- und Jugendarbeit entschieden.

Auch Melanie Eggermann hatte 2018 bereits Erfahrungen bei der Stadt Bochum gesammelt – im Rahmen des 70-tägigen Praktikums, das im Studium Pflicht ist. Während ihres Trainee-Jahres arbeitet die studierte Sozialarbeiterin (B.A.) nun beim Sozialen Dienst, kümmert sich gemeinsam mit ihrem Team um das Kindeswohl, wenn Schulen oder Nachbarn Meldung gemacht haben, leistet Hilfen zur Erziehung und überprüft vor Ort regelmäßig, wie es in den Familien aussieht.

Das Trainee-Programm, das sich laut Stadt für Berufsanfänger_innen mit weniger als einem Jahr beruflicher Erfahrung eignet, sei „ein sanfter Einstieg in den Job“. Werden die jungen Fachleute doch durch Mentor_innen begleitet, hospitieren in weiteren Feldern der Sozialen Arbeit und erhalten zahlreiche Qualifizierungen. Wie Petra Zimmermann vom Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit betont, liegt das aktuelle Bruttogehalt bei 1851,21 Euro.

Natürlich hat sich auch für die Trainees durch Corona einiges geändert. „Kamen davor 40 bis 60 Kinder und Jugendliche am Tag zu uns ins Freizeithaus, sind es jetzt nur noch sieben Jüngere am Vormittag und sieben Jugendliche im Nachmittagsbereich“, berichtet Regina Salem. Wer reinkomme, dürfe dann nicht einfach so wieder rausspazieren, um draußen abzuhängen – so, wie früher. Manchmal falle allen Anwesenden da schon mal die Decke auf den Kopf. Der Vorteil aber: Wo zehn Mitarbeitende auf sieben Kinder kommen, ist quasi eine Eins-zu-Eins-Betreuung, sind intensive, individuelle Gespräche möglich. Die Folge: „Wir haben schon einige Kindeswohl-Gefährdungen in Corona-Zeiten gemeldet“.

Die landen dann bei Kolleg_innen wie Melanie Eggermann auf dem Tisch. Für die 30-Jährige bedeutete Corona abwechselnd Homeoffice und Schreibtisch-Arbeit im Büro. „Normalerweise haben wir viele Termine draußen wie Hilfeplan-Gespräche, Gerichtstermine, oder wir präsentieren uns an Schulen“, erzählt sie. Als Vollzeitkraft betreue man 30 bis 40 Fälle zusammen mit einer Mentorin oder einem Mentor, übernehme im Verlauf des Traineejahres schon richtig Verantwortung - „und kein Fall ist wie der andere“. Zu Pandemie-Zeiten sei jedoch vieles telefonisch oder auch per E-Mail geregelt worden.

Die Möglichkeit, als Trainee in geschütztem Rahmen in Arbeitsbereiche hinein zu schnuppern, findet Regina Salem gut. Petra Zimmermann und Aurela Baron von der Stadt seien immer ansprechbar, wenn sie etwas auf dem Herzen habe. „Und die Kolleg_innen an den Einsatzorten wissen, man ist Berufsanfänger, und gehen sensibler mit einem um“, beschreibt die 29-Jährige die Situation.

Auch Melanie Eggermann weiß: Wer bei der Stadt weiter arbeiten wolle, habe als Trainee „schon mal einen Fuß in der Tür“. Sie selbst hat das genutzt und bereits einen Anschluss-Vertrag in der Tasche. Auch bei Regina Salem laufen Bewerbungen: Die gelernte Erzieherin möchte auf längere Sicht gern in die städtische Schulsozialarbeit, wo sie „noch näher dran an den Kindern“ arbeite als im Freizeithaus – was aber durchaus eine Schnittstelle darstelle.

EvH-Studierende, die in Eggermanns und Salems Fußstapfen treten wollen, haben dazu jetzt Gelegenheit: Die Stadt sucht zum 1. April 2021 Trainees mit dem Abschluss Soziale Arbeit (B.A.), Diplom Sozialpädagogik oder auch Diplom Sozialarbeit. Einsatzorte wären im Bereich des Jugendamts der Soziale Dienst, das Kinder- und Jugendfreizeithaus und die Schulsozialarbeit; im Bereich des Familienpädagogischen Zentrums die Fachstelle Sorgerecht; im Amt für Soziales die Betreuung von Geflüchteten und die Beratung bei drohendem Wohnraumverlust/Vermeidung von Obdachlosigkeit; sowie im Gesundheitsamt der Sozialpsychiatrische Dienst.

Neuer Bewerbungsschluss ist der 24. Januar 2021. Kontakt: Frau Zimmermann, PZimmermann@bochum.de oder Frau Baron unter ABaron@bochum.de.

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