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"Luther bei die Fische": Wenn Kinder nach dem Tod fragen

Sabine Kleinkorres erläuterte anhand des Kita-Projekts "Abschied - schwer wie ein Stein", wie Kinder das Thema Verlust verarbeiten können. Foto: Julia Gottschick

Tod und Sterben sind Gegenstand elementarer Bildung und Erziehung - und das konfessionsübergreifend. Themen wie Endlichkeit, Vergänglichkeit und Vergeblichkeit gilt es, bereits den Jüngsten nahe zu bringen. "Eben weil das Leben selbst danach fragt", wie Prof. Dr. Bernd Beuscher sagt. "Religiöse Bildung ist ein Gebot menschlicher Fragwürde," betont der Professor für Praktische Theologie an der EvH.

"Luther bei die Fische: Wie Luther uns Erwachsenen heute hilft, wenn Kinder nach dem Sterben fragen": Das offene Seminar - eine Kooperation von Evangelischer Kindergartengemeinschaft Bochum und Evangelischer Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL) im Lutherjahr - half jetzt dabei, Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und zu finden. Rund 35 Mitarbeitende von Kindertageseinrichtungen des Kirchenkreises Bochum sowie weitere 30 Interessierte waren neben Studierenden der EvH RWL mit von der Partie, hörten zu und diskutierten in der EvH-Aula angeregt.

"Gerade angesichts personeller Engpässe in unseren Einrichtungen bin ich positiv überrascht über diese Resonanz", sagte Michael Both, Geschäftsführer der Kindergartengemeinschaft, am Rande der Veranstaltung. Persönlich sei er überzeugt von der Notwendigkeit, sich früh mit Tod und Sterblichkeit auseinanderzusetzen. "Kinder fragen sehr intensiv danach, wenn ihnen das Thema begegnet."

Wie eine Kindertagesstätte in der Praxis mit einem solchen Fall umgehen kann, beschrieb Sabine Kleinkorres, Lehrkraft für besondere Aufgaben im EvH-Studiengang Elementarpädagogik. "Abschied - schwer wie ein Stein" war ein dortiges Projekt überschrieben, in dessen Zuge Kinder mit Hilfe von Steinen und über mehrere Monate hinweg lernten, mit zwei sehr konkreten Verlusten umzugehen.

Kleinkorres: "In dieser Kita war schon oft über Leben und Tod, Gott und die Welt gesprochen worden." Und doch zeigte die Realität: Ein Verlust erschüttere das Leben, mache sprach-, mut- und hilflos. Die Mitarbeitenden der Kita seien in dieser Situation als Beziehungspersonen gefragt gewesen, um Ausdrucksmöglichkeiten für Trauer, Zorn und Angst bereitzustellen.

Mehr darüber, wie gerade Luther helfen kann, wenn Kinder nach dem Tod fragen ("Im Leben sollte man sich mit des Todes Gedanken üben und sie zu uns fordern, wenn er noch fern ist und einen nicht in die Enge treibt. Aber im Sterben, wenn er von selbst schon allzu stark da ist, ist es gefährlich und nichts nütze. Da muss man sich sein Bild ausschlagen und nicht sehen wollen", Sermon von der Bereitung zum Sterben, 1519), findet sich im Vortrag von Prof. Dr. Bernd Beuscher zum Seminar:

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