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Tag der Heilpädagogik: „Frühförderung – quo vadis?“
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Tag der Heilpädagogik: „Frühförderung – quo vadis?“

Der Tag der Heilpädagogik stand im Mai 2026 im Zeichen des Titels „Frühförderung – quo vadis? Perspektiven für Familien in der Frühförderung“ und fokussierte in vier kurzweiligen Vorträgen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Frühförderung und Frühen Hilfen aus unterschiedlichen Perspektiven. Etwa 90 Teilnehmende – Fachkräfte, Studierende und Interessierte aus Wissenschaft und Praxis – versammelten sich im Auditorium, um den abwechslungsreichen Fachbeiträgen zuzuhören. Prof. Dr. Helge Thiemann von der EvH Bochum eröffnete und führte durch die Veranstaltung.

Den Einstieg machte Prof. Dr. Armin Sohns (Professor für Heilpädagogik mit dem Schwerpunkt Frühförderung) mit seinem Vortrag „Familienorientierte Frühförderung – Was kann die Praxis aus der Wissenschaft lernen?“, in dem er anhand verschiedener wissenschaftlicher Erkenntnisse zentrale Elemente für eine familienorientierte Frühförderung herausarbeitete: Prävention, Kontinuität einer Bezugsperson, Früherkennung, interdisziplinäre Diagnostik, Netzwerk Frühe Hilfen, Lebensweltorientierung, Qualifikation der Fachperson, Rolle der Leistungsträger, Finanzierungsstruktur, Dokumentation. Hierzu stellte er sein mit dem Deutschen Frühförderpreis 2023 ausgezeichnetes Konzept „Inklusive Frühförderung“ vor, welches unter anderem in Göttingen und Nordfriesland erfolgreich umgesetzt wird.

Michael Sprünken (Koordinator der Frühen Hilfen und der Bochumer Präventionskette) vertrat die Perspektive der Praxis und verdeutlichte unter dem Titel seines Vortrags „Kommunale Netzwerke und Strategien als Faktoren gelingenden Aufwachsens am Beispiel der Frühen Hilfen in Bochum“, dass es nicht „ein ganzes Dorf“, sondern „ganz Bochum“ brauche, um ein (in Bochum lebendes) Kind zu erziehen. Er stellte das Netzwerk Frühe Hilfen und die Bochumer Präventionskette „kinderstark in NRW“ vor, die aus unterschiedlichen Akteur*innen bestehen und vielfältige Formen der Unterstützung für die betroffenen Familien anbieten.

Hautnah aus Elternperspektive berichtete M.A. Tabea Hosche (Fachjournalistin für Behinderung und Inklusion und Filmemacherin) als Mutter ihres 16jährigen Tochter Uma mit körperlicher und kognitiver Beeinträchtigung. In ihrem Vortrag zum Thema „Menschen mit Behinderungen und ihre Familien: Fragile Systeme – Glück inklusive?“ gewährte sie anhand von Berichten und Filmausschnitten persönliche Einblicke in ihr Familienleben. Deutlich wurde, dass Behinderung(en) eines Kindes Einfluss auf innerfamiliale Beziehungen nehmen. Sie zeigte klar auf, dass nicht das behinderte Kind für Konflikte verantwortlich zu machen sei, sondern die „nicht-inklusiven Strukturen“ einer Gesellschaft würden für unnötige Belastungen sorgen. Für betroffene Familien seien individuelle Lösungswege zu entwickeln, bei denen u.a. auch die Rollenverteilungen und die Erwerbstätigkeit von Paaren zu diskutieren sind.

Dr. Sandra Falkson (Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben, Detmold) leistete mit ihrem Vortrag mit dem Titel „Wie können Zugänge für Familien mit Kindern mit Beeinträchtigungen besser gestaltet werden? Ergebnisse aus dem Projekt „BeWEGt“ einen Beitrag zum Theorie-Praxis-Transfer. Sie präsentierte die Ergebnisse des abgeschlossenen Projektes „BeWEGt“ („Wegbegleitende Beratung von Familien mit Kindern mit Beeinträchtigungen“), in dem Familien mit chronisch kranken und behinderten Kindern aus Bonn und Bielefeld zu Belastungen und hilfreichen Aspekten von Unterstützungssystemen befragt wurden. Dabei zeigte sich auch, dass individuelle Faktoren wie Migrationshintergrund in der Beratungspraxis zu berücksichtigen sind. Sehr wesentlich sei ein niedrigschwelliger Zugang zu sämtlichen Angeboten der Beratung, Frühen Hilfe und Frühförderung.

In den Pausen ein Alumni-Treffen, bei dem ehemalige Studierende der EvH die Möglichkeit hatten, sich wiederzusehen und sich auszutauschen. Ebenso erfolgte ein Austausch mit zahlreich erschienen Lehrenden aus beiden Fachbereichen der Studiengänge Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik sowie Elementarpädagogik.

Zum Organisationsteam der Veranstaltung gehörten M.A. Kristin Wallmeyer,  Dipl.-Päd. Marlies Berger-Albers, Prof. Dr. Christina Reichenbach und M.A. Gudrun Kellermann. Unterstützt wurde es von den vier studentischen Hilfskräften Denise König, Hanna Printz, Leonie Fischer, und Amelie Haupt, die für ein angenehmes Ambiente im Foyer sorgten und die Gäste mit Kaffee, Tee, Wasser und Keksen versorgten. Der Tag der Heilpädagogik bot vielfältige Impulse und Gelegenheit für fachliche und persönliche Gespräche und entließ die Gäste in entspannter Stimmung in das Pfingstwochenende.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Gudrun Kellermann und Prof. Dr. Christina Reichenbach

 

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